Shrinking spaces in Brasilien

Dieser Workshop ist als Interview gestaltet.

Brasilien ist in den letzten Jahren immer bekannter dafür geworden, dass die Demokratie und die Handlungsoptionen der Zivilgesellschaft eingeschränkt werden. Woher kommt dieser Rechtsruck und wie wirkt er sich aus? Gibt es auch Hoffnung auf Veränderung? Hierüber spricht Marcos da Costa Melo vom Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (FUgE) in Hamm mit Prof. Antônio Andrioli aus Südbrasilien. 

Das Interview wurde am 07.05.2020 aufgenommen.

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Prof. Antônio Andrioli ist in Südbrasilien geboren und hat dort Philosophie, Soziologie und Psychologie studiert. 2006 hat er an der Universität Osnabrück zum Thema „Biosoja versus Gensoja“ promoviert. Schon in dieser Zeit hat er sich als Experte und Referent zum Thema “Gentechnik in der Landwirtschaft” in Deutschland einen Namen gemacht. Zurück in Südbrasilien, hat er dort die Bundesuniversität Universidade Federal da Fronteira Sul (UFFS) mit aufgebaut, die mit ihren ökologischen und sozialen Reformansätzen eine Besonderheit darstellt. Von 2015 bis 2019 war Andrioli Vizedirektor dort. Anfang dieses Jahres ist ihm der Bayerische Naturschutzpreis für sein herausragendes Wirken im Natur- und Umweltschutz vom BUND Naturschutz verliehen worden.

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Kommentare

2 Antworten

  1. Wenn ich richtig verstanden habe, wird die Entpolitisierung auf die letzten zwei Jahrzehnte datiert. Ist Bolsonaro hauptsächlich von jungen Menschen gewählt worden?

    1. Genau! Seit der Regierung von Lula 2003, also mit einer sozialdemokratischen Partei, dem PT (der Arbeiterpartei), hat eine Entpolitisierung in der brasilianischen Gesellschaft gegeben, vor allem wenn wir in diesem Vergleich die 80er und 90er Jahre vor Augen führen, als die Sozialbewegungen für das Ende der Militärdiktatur, die Landlosenbewegung mit ihrem Projekt für eine Landreform, die Theologie der Befreiung oder die Diretas Já (Kampagne für die Direktwahl des/der Präsidenten/in) ihre Themen in die Öffentlichkeit brachten. Mit der Regierung Lulas (2003-2010) sind die Sozialbewegungen mit ihren Forderungen zurückhaltender geworden. Zudem forcierte die parlamentarische Zusammensetzung mit 33 Parteien der Arbeiterpartei (PT) zu einer Zusammenarbeit mit konservativen Parteien.
      Der Rechtsrück nimmt einen ultrakonservativen Antlitz 2016 mit dem parlamentarischen Putsch gegen Dilma Rousseff 2016.
      Bolsonaro wurde NICHT hauptsächlich von jungen Menschen gewählt: 56% der brasilianischen Wähler im Alter zw. 16 und 24 Jahre alt sagen, „sie würden Bolsonaro auf gar keinen Fall wählen“. Diese Tendenz nahm September 2018 zu.
      Siehe https://noticias.bol.uol.com.br/ultimas-noticias/eleicoes/2018/09/15/rejeicao-a-bolsonaro-chega-a-56-entre-os-jovens-aponta-datafolha.htm?cmpid=copiaecola
      Die Wählerschaft von Bolsonaro ist vor allem alte weiße Männer.
      Abraços

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